
Vertrauen lernen · Tag 6
Wie ein Kind
6 Min. · Stimme Lana · Ps 131,2; Mt 10,29-31
Tag sechs: kindliches Vertrauen. Ein kurzer Psalm über ein ruhiges Herz, und die gezählten Haare auf unserem Kopf.
Vertrauen lernen
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Tag sechs. Heute geht es um das Vertrauen eines Kindes. Mach es dir bequem. Lehn dich an, wenn es geht, so dass etwas deinen Rücken hält.
Atme ein. Und aus. Lass dich ein bisschen mehr halten, als du es sonst tust.
Gott, ich bin da, so wie ich bin.
Ein kleines Kind, das auf dem Arm seiner Mutter einschläft, macht sich keine Gedanken über den Weg. Es weiss nicht, wohin die Reise geht, und schläft trotzdem. Wir sind keine kleinen Kinder mehr. Wir tragen Verantwortung und haben gute Gründe, wachsam zu sein. Und trotzdem gibt es in uns diese Sehnsucht, einmal getragen zu werden. Der Psalm hunderteinunddreissig ist einer der kürzesten in der Bibel. Nur drei Verse. Im zweiten heisst es: «Ich habe mein Herz beruhigt und gestillt; wie ein entwöhntes Kind an der Mutter Brust, so ruht entwöhnt mein Herz in mir.»
Ein entwöhntes Kind. Also eines, das nicht mehr trinken muss. Es will nichts mehr von der Mutter. Es ist einfach gern bei ihr. Jesus sagt einmal zu seinen Jüngern, als sie Angst haben: «Kosten nicht zwei Sperlinge beim Einkauf nur ein paar Pfennige? Und doch fällt keiner von ihnen auf die Erde ohne den Willen eures Vaters. Bei euch aber sind auch die Haare auf dem Haupte alle gezählt. Darum fürchtet euch nicht!»
Hör den Satz noch einmal, ganz langsam. Ich habe mein Herz beruhigt und gestillt; wie ein entwöhntes Kind an der Mutter Brust, so ruht entwöhnt mein Herz in mir.
Jetzt kommt eine Minute Stille. Diesmal ohne grosse Frage. Stell dir vor, du wirst getragen. Du musst nichts sagen und nichts erklären. Und wenn du doch etwas fragen willst, dann nur das: Hältst du mich?
Bleib noch einen Moment in dieser Ruhe.
Lass uns beten. Gott, mein Herz ist oft unruhig und will zu viel auf einmal. Beruhige es, so wie eine Mutter ihr Kind beruhigt. Du kennst mich bis in die Haare auf meinem Kopf. Ich muss dir nichts vormachen. Lass mich heute ruhig sein bei dir, auch wenn um mich herum viel los ist. Amen.
Wenn du magst, sprich jetzt noch in deinen eigenen Worten mit Gott.
Ein kleiner Vorsatz für heute. Such dir heute einen Moment, in dem du einfach nur da bist. Eine Minute, ohne etwas zu wollen. Und sag in dieser Minute nur: Vater. Morgen ist der letzte Tag dieser Reihe. Dann schauen wir zurück, auf das, was gewesen ist.