Weg zum Pass

Vertrauen lernen · Tag 2

Wenn Pläne platzen

7 Min. · Stimme Lana · Gen 50,20

Tag zwei: Pläne, die nicht aufgehen. Josef wird von seinen Brüdern verkauft und sagt Jahre später einen erstaunlichen Satz.

Vertrauen lernen

Zum MitlesenText anzeigen

Tag zwei. Heute geht es um Pläne, die nicht aufgehen. Setz dich hin und lass den Atem kommen und gehen, ohne ihn zu lenken.

Vielleicht ist dir gerade selbst etwas durchkreuzt worden. Ein Projekt, eine Stelle, eine Beziehung, ein Urlaub. Nimm es mit in diese Minuten.

Gott, du kennst meine Pläne. Auch die, die nichts geworden sind.

Wir planen viel. Die Ferien und manchmal die nächsten fünf Jahre. Das ist gut so. Und dann kommt etwas dazwischen. Eine Kündigung vielleicht. Oder der Moment, in dem man merkt: So, wie ich mir das gedacht habe, wird es nicht. Die Bibel erzählt eine lange Geschichte über einen Mann, dessen Pläne gründlich geplatzt sind. Josef ist der Lieblingssohn seines Vaters. Seine Brüder hassen ihn dafür und verkaufen ihn als Sklaven nach Ägypten. Dort wird er zu Unrecht beschuldigt und landet im Gefängnis. Jahre vergehen. Er wird vergessen. Dann wendet sich alles. Josef wird der zweitmächtigste Mann in Ägypten, und als eine Hungersnot kommt, stehen ausgerechnet seine Brüder vor ihm und bitten um Brot. Sie haben Angst, dass er sich jetzt rächt. Und Josef sagt: «Ihr freilich hattet Böses gegen mich im Sinn, aber Gott gedachte es zum Guten zu wenden, um ein zahlreiches Volk am Leben zu erhalten.»

Josef nennt das Böse beim Namen. Und er sieht zugleich, dass Gott daraus etwas gemacht hat. Das konnte er erst im Rückblick sehen. Im Gefängnis sah er es nicht. Da war es einfach nur dunkel.

Hör den Satz noch einmal, ganz langsam. Ihr freilich hattet Böses gegen mich im Sinn, aber Gott gedachte es zum Guten zu wenden.

Jetzt kommt eine Minute Stille. Denk an einen Plan, der nicht aufgegangen ist. Einen aus letzter Zeit oder einen, der schon lange zurückliegt. Und frag Gott: Was hast du daraus gemacht? Oder, wenn es noch zu frisch ist: Was könntest du daraus machen?

Wenn es noch wehtut, darf es wehtun. Josef hat geweint, als er seine Brüder wiedersah. Mehrmals.

Lass uns beten. Gott, ich hatte mir manches anders vorgestellt. Ich lege dir hin, was nicht geworden ist. Die Enttäuschung, und auch die Wut auf die, die mir den Weg verbaut haben. Du hast bei Josef aus dem Bösen etwas Gutes gemacht. Ich verstehe noch nicht, was du mit meinen Scherben vorhast. Aber ich gebe sie dir. Hilf mir, den nächsten Schritt zu gehen, auch wenn er nicht auf meiner Karte steht. Amen.

Wenn du magst, sprich jetzt noch in deinen eigenen Worten mit Gott.

Ein kleiner Vorsatz für heute. Schreib einen geplatzten Plan auf einen Zettel. Einen einzigen. Und darunter einen Satz an Gott, so wie er dir kommt. Leg den Zettel in die Bibel oder in eine Schublade. Morgen geht es um Grenzen.