
Neu hier · Teil 4
Wer ist dieser Gott, zu dem ich rede?
6 Min. · Stimme Leon · Ps 139,1-5.14
Vater, Sohn und Heiliger Geist, einfach erklärt. Und ein alter Psalm über einen, der dich kennt, bevor du etwas sagst.
Neu hier
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Schön, dass du wieder da bist. Wenn man betet, redet man mit jemandem. Heute geht es um die Frage, mit wem eigentlich. Komm erst an. Die Füsse auf dem Boden, die Hände dort, wo sie Ruhe finden.
Atme ein. Und aus.
Noch einmal, etwas langsamer als vorhin.
Christen aller Kirchen sagen: Es gibt einen einzigen Gott, und man begegnet ihm als Vater, als Sohn und als Heiliger Geist. Das alte Wort dafür ist Dreifaltigkeit. Ganz verstehen wird das niemand. Man kann es trotzdem einfach sagen. Gott ist Vater. Er hat die Welt gemacht und schaut auf dich, wie gute Eltern auf ihr Kind schauen. Wenn du mit deinem eigenen Vater schwere Erfahrungen gemacht hast, darfst du das Wort vorsichtig nehmen. Gemeint ist ein Vater, wie man ihn sich gewünscht hätte. Der Sohn, das ist Jesus. In ihm ist Gott ein Mensch geworden, einer mit Hunger und mit Freunden. Wer wissen will, wie Gott mit Menschen umgeht, kann bei Jesus nachschauen. Und dann der Heilige Geist. Mit diesem Namen meinen Christen Gott, der in dir wirkt. Er hilft dir beten, gerade dann, wenn dir selbst die Worte fehlen.
In der Bibel gibt es ein Gebet, das schon fast dreitausend Jahre alt sein könnte. Der Psalm hundertneununddreissig. Psalmen sind die Lieder und Gebete Israels, Jesus hat sie selbst gebetet. Hör ein paar Verse daraus. Herr, du erforschest mich und kennst mich; du weisst es, ob ich sitze oder aufstehe, du verstehst, was ich denke, von ferne; ob ich wandre oder ruhe, du prüfst es und bist mit all meinen Wegen vertraut; denn ehe ein Wort auf meiner Zunge liegt, kennst du, o Herr, es schon genau. Du hältst mich von hinten und von vorne umschlossen und hast deine Hand auf mich gelegt.
Da betet jemand, der weiss, dass er durchschaut ist. Mit allem, was er sonst lieber versteckt. Das kann Angst machen. Er schreibt ein paar Zeilen weiter aber etwas Überraschendes: Ich danke dir, dass ich so überaus wunderbar bereitet bin: wunderbar sind deine Werke, und meine Seele erkennt das wohl.
Jetzt eine Frage für dich. Wie wäre es, von jemandem ganz gekannt zu sein? Was löst das in dir aus, Erleichterung oder eher Unruhe?
Beides darfst du Gott sagen. Eine halbe Minute Stille.
Wir beten zusammen. Ich spreche vor, du kannst mitsprechen. Gott, du kennst mich.
Du weisst, ob ich sitze oder aufstehe.
Ich muss dir nichts vormachen.
Leg deine Hand auf mich. Amen.
Ein kleiner Schritt für heute. Irgendwann, wenn du dich hinsetzt oder aufstehst, sag still für dich: Du kennst mich.
Im letzten Teil geht es darum, wie du weitermachen kannst, ganz praktisch.