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Neu hier · Teil 1

Was ist Beten?

6 Min. · Stimme Jil · Mt 6,8

Für alle, die noch nie gebetet haben oder lange nicht mehr. Was Beten ist, und ein allererstes Gebet zum Mitsprechen.

Neu hier

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Schön, dass du da bist. Vielleicht hast du noch nie gebetet. Vielleicht ist es lange her, und du weisst nicht mehr recht, wie das geht. Für beides ist diese kleine Reihe gedacht. In fünf kurzen Teilen geht es um die Fragen, die man sich am Anfang stellt. Heute um die einfachste. Was ist Beten überhaupt? Zuerst komm an. Du musst nicht knien und die Hände nicht falten. Setz dich so hin, wie es bequem ist. Oder bleib liegen, wenn du gerade liegst.

Atme einmal ruhig ein. Und lass den Atem wieder gehen.

Noch einmal, etwas langsamer.

Beten heisst zuerst einmal: mit Gott reden. Das klingt grösser, als es ist. Wahrscheinlich kennst du es sogar. Der Moment im Wartezimmer beim Arzt, wenn man denkt: Bitte, lass es nichts Schlimmes sein. Oder ein Abend draussen, an dem man in den Himmel schaut, froh ist und nicht weiss, wem man das sagen soll.

Viele Menschen beten so, ohne es je so genannt zu haben. Du darfst so beten, wie du redest. Mit deinen eigenen Wörtern, auch mit halben Sätzen. Es braucht keine feierliche Sprache. Jesus hat seinen Freunden einmal gesagt, sie sollen beim Beten nicht viele Worte machen. Und dann: Euer Vater weiss ja, was ihr bedürft, ehe ihr ihn bittet.

Zum Beten gehört auch das Zuhören. Das ist schwieriger. Meistens kommt keine Stimme von oben. Manchmal bleibt ein Gedanke hängen, oder dir fällt plötzlich ein Mensch ein, an den du lange nicht gedacht hast. Und manchmal heisst Beten nur, da zu sein. Wie zwei, die nebeneinander auf einer Bank sitzen und nichts sagen müssen.

Jetzt eine Frage, nur für dich. Wenn du Gott heute eine einzige Sache sagen könntest, ohne dass jemand mithört: Was wäre das?

Du kannst es denken oder leise aussprechen. Es muss nicht fromm klingen. Nimm dir eine halbe Minute.

Wenn nichts gekommen ist, macht das nichts. So fangen viele an.

Zum Schluss ein allererstes Gebet. Es ist ganz kurz. Ich sage es dir Satz für Satz vor. Sprich mit, laut oder in Gedanken. Gott, ich weiss nicht genau, wer du bist.

Aber ich bin da.

Hör mir zu.

Und zeig mir, wie das geht. Amen.

Ein kleiner Schritt für heute. Sag den Satz «Gott, ich bin da» irgendwann noch einmal, wenn du allein bist. Beim Zähneputzen vielleicht, oder auf dem Heimweg.

Im nächsten Teil geht es um eine Frage, die viele zurückhält. Muss ich überhaupt glauben, um anfangen zu dürfen?