Für die Schweiz beten
Ein Gebet für die Schweiz, für die Menschen, die hier leben, und für alle, die Verantwortung tragen. Du kannst es am Bettag beten, am 1. August oder an einem gewöhnlichen Abend.
Redaktion Weile · aktualisiert am 5. Oktober 2026

Gebet für die Schweiz
Gott, wir danken dir für dieses Land: für die Berge und Seen, die Dörfer und Städte, für die vier Sprachen und die vielen anderen, die hier gesprochen werden.
Wir bitten dich für alle, die hier leben, für die, die seit Generationen hier sind, und für die, die erst angekommen sind.
Gib denen Weisheit, die in Gemeinden, Kantonen und im Bund entscheiden. Lass uns streiten, ohne einander zu verachten, und gemeinsam Lösungen finden, wo wir verschiedener Meinung sind.
Sei bei den Menschen, die allein sind, krank oder ohne Arbeit, bei den Bauernfamilien in den Bergtälern und bei denen, die nachts arbeiten, damit andere schlafen können.
Bewahre uns den Frieden und schenke ihn auch denen, die keinen haben. Amen.
Das Gebet ist ein eigener Text der Redaktion Weile. Du darfst es verwenden, kürzen und für deine Gemeinde, deine Familie oder einen Anlass anpassen.
Ein kurzes Gebet zum 1. August
Gott, danke für unser Land und für die Freiheit, in der wir leben. Segne alle, die hier zu Hause sind, und alle, die hier ein Zuhause suchen. Amen.
Es passt zu einer Ansprache, zu einem Feuer auf der Alp oder einfach zum Abendessen auf dem Balkon, wenn draussen die Raketen steigen.
Biblische Worte für das Land
Schon die Bibel ruft dazu auf, für die Gemeinschaft zu beten, in der man lebt. Der Prophet Jeremia schreibt an Menschen, die fern der Heimat leben müssen: «Bemüht euch um die Wohlfahrt der Stadt, wohin ich euch in die Verbannung habe führen lassen, und betet für sie zum Herrn, denn auf seiner Wohlfahrt beruht euer eigenes Wohl» (Jeremia 29,7).
Im ersten Timotheusbrief heisst es, man solle «Bitten und Gebete, Fürbitten und Danksagungen für alle Menschen» verrichten, auch für alle, die Verantwortung tragen, «damit wir ein stilles und ruhiges Leben» führen können (1. Timotheus 2,1–2).
Und für ein Land der Berge liegt Psalm 121 nahe: «Ich hebe meine Augen auf zu den Bergen: von wo wird Hilfe mir kommen? Meine Hilfe kommt vom Herrn, der Himmel und Erde geschaffen» (Psalm 121,1–2).
Gott in der Schweizer Verfassung und Hymne
Die Bundesverfassung der Schweiz beginnt mit den Worten «Im Namen Gottes des Allmächtigen!». Auch die Nationalhymne, der Schweizerpsalm, ist ein Gebet. Leonhard Widmer schrieb den Text 1840, Alberik Zwyssig, ein Zisterziensermönch, die Melodie 1841. Die erste Strophe beginnt so:
Trittst im Morgenrot daher, Seh’ ich dich im Strahlenmeer, Dich, du Hocherhabener, Herrlicher!
Seit 1981 ist der Schweizerpsalm offiziell die Landeshymne.
Der Bettag
Seit 1832 feiert die Schweiz am dritten Sonntag im September gemeinsam den Eidgenössischen Dank-, Buss- und Bettag. Er wurde vom Staat angeordnet und war von Anfang an über die Konfessionen hinweg gedacht. Genf hält einen eigenen Bettag am Donnerstag nach dem ersten Septembersonntag. Der Bettag ist ein guter Tag für das Gebet oben, mit Dank für das Gewesene und Bitte für das Kommende.
Bruder Klaus
Der Landespatron der Schweiz, Niklaus von Flüe, hat 1481 mit seinem Rat geholfen, einen Streit zwischen den eidgenössischen Orten zu schlichten. Sein Gebet «Mein Herr und mein Gott» beten bis heute viele Schweizerinnen und Schweizer, katholisch wie reformiert. Mehr dazu unter Das Gebet von Bruder Klaus.
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