
Morgengebet · Dienstag
Was niemand sieht
5 Min. · Stimme Leon · Mt 6,3–4
Für die Arbeit, für die dir keiner dankt. Die Brotdose, die Nachtschicht, die sauber gemachte Tabelle: Gott sieht auch ins Verborgene.
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Guten Morgen. Wahrscheinlich hast du heute schon etwas getan, das niemand bemerkt hat. Den Wecker ausgemacht, bevor die anderen wach wurden. Die Brotdose gefüllt. Oder du kommst gerade erst von der Nachtschicht nach Hause, und alle anderen fangen jetzt an. Bevor wir weiterreden, komm kurz zur Ruhe. Lass die Schultern sinken. Oft merkt man erst dann, dass sie oben waren.
Atme ein. Und aus.
Und noch einmal, ein wenig langsamer.
Gott, hier bin ich, an diesem Dienstag. Ein gewöhnlicher Tag in der Mitte der Woche. Ich bringe dir, was ich heute tun werde.
Jesus spricht in der Bergpredigt über das Gute, das man im Stillen tut. Wenn du gibst, soll deine linke Hand nicht wissen, was die rechte tut. Und dann sagt er: Dein Vater, der auch ins Verborgene sieht, wird es dir vergelten.
Der ins Verborgene sieht. Er sieht die Wäsche, die du um halb zehn abends noch aufhängst. Die Tabelle, die du sauber machst, obwohl sie keiner kontrolliert. Den Anruf bei der alten Tante, die sonst niemand anruft. Und die Hand, die du im Pflegeheim kurz hältst, bevor du ins nächste Zimmer musst.
Denk an deine Arbeit heute. Die sichtbare und die unsichtbare. Was davon wird niemandem auffallen?
Vielleicht ärgert dich das ein bisschen. Dass es erst auffällt, wenn du es einmal nicht machst. Das darfst du Gott ruhig sagen. Er hält das aus.
Und dann versuch, ihm diese Arbeit hinzuhalten. Ungefähr so: Herr, das hier mache ich heute. Du siehst es. Nimm es als Geschenk von mir. Es ist nicht viel, aber ehrlich gemacht.
Paulus schreibt an die Christen in Kolossä: Alles, was ihr zu tun habt, das tut mit willigem Herzen, als gälte es dem Herrn.
Auch die Antwort an einen schwierigen Kunden. Und die zwanzig Minuten in der Warteschleife der Krankenkasse.
Vielleicht gibt es heute eine Aufgabe, vor der du dich drücken möchtest. Schau sie kurz an. Und frag Gott: Wie willst du mir darin begegnen?
Ein Vorsatz für heute. Such dir jetzt eine einzige kleine Arbeit aus, die du heute ganz bewusst für Gott tust. Das Geschirr nach dem Mittagessen, oder das Wickeln. Und wenn du sie tust, sag innerlich: Das ist für dich.
Wir beten zusammen. Vater unser im Himmel, geheiligt werde dein Name. Dein Reich komme. Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden. Unser tägliches Brot gib uns heute. Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern. Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen. Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen. Gott, der ins Verborgene sieht, segne deine Arbeit heute. Auch die, für die dir niemand dankt. Amen.