
Lectio · Johannes 2
Sie haben keinen Wein mehr
10 Min. · Stimme Michael · Joh 2,1-11
Mitten im Fest geht der Wein aus, Maria bemerkt es zuerst, und die Diener füllen Krüge mit Wasser. Für einen Tag voller gewöhnlicher Arbeit.
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Setz dich so hin, dass du gut atmen kannst. Vielleicht kommst du gerade aus einem vollen Tag, vielleicht beginnt er erst. Beides ist gut für diese Minuten.
Atme ein. Und lass den Atem lang hinausgehen.
Maria, du hast gesehen, was fehlte. Bring mich zu deinem Sohn.
Eine Hochzeit in einem Dorf in Galiläa. Jesus ist eingeladen, seine Mutter auch. Mitten im Fest geht der Wein aus. Am dritten Tage darauf fand zu Kana in Galiläa eine Hochzeit statt, und die Mutter Jesu nahm daran teil; aber auch Jesus wurde mit seinen Jüngern zu der Hochzeit eingeladen. Als es nun an Wein mangelte, sagte die Mutter Jesu zu ihm: «Sie haben keinen Wein mehr!» Jesus antwortete ihr: «Was kümmern dich meine Angelegenheiten, Frau? Meine Stunde ist noch nicht gekommen.» Seine Mutter sagte dann zu den Aufwärtern: «Was er euch etwa sagt, das tut.» Nun waren dort sechs steinerne Wassergefässe aufgestellt, wie es die Sitte der jüdischen Reinigung erforderte; jedes von ihnen fasste zwei bis drei grosse Eimer. Da sagte Jesus zu den Aufwärtern: «Füllt die Gefässe mit Wasser!» Sie füllten sie darauf bis oben hin. Dann sagte er zu ihnen: «Schöpft nun davon und bringt es dem Speisemeister!» Sie brachten es hin. Als aber der Speisemeister das zu Wein gewordene Wasser gekostet hatte, ohne zu wissen, woher es gekommen war – die Aufwärter aber, die das Wasser geschöpft hatten, wussten es –, liess der Speisemeister den Bräutigam rufen und sagte zu ihm: «Jedermann setzt doch seinen Gästen zuerst den guten Wein vor und, wenn sie trunken geworden sind, dann den geringeren; du aber hast den guten Wein bis jetzt zurückbehalten.» Hiermit machte Jesus den Anfang seiner Zeichen zu Kana in Galiläa; er offenbarte dadurch seine göttliche Herrlichkeit, und seine Jünger lernten an ihn glauben.
Noch einmal. Welches Wort bleibt bei dir hängen?
Am dritten Tage darauf fand zu Kana in Galiläa eine Hochzeit statt, und die Mutter Jesu nahm daran teil; aber auch Jesus wurde mit seinen Jüngern zu der Hochzeit eingeladen. Als es nun an Wein mangelte, sagte die Mutter Jesu zu ihm: «Sie haben keinen Wein mehr!» Jesus antwortete ihr: «Was kümmern dich meine Angelegenheiten, Frau? Meine Stunde ist noch nicht gekommen.» Seine Mutter sagte dann zu den Aufwärtern: «Was er euch etwa sagt, das tut.» Nun waren dort sechs steinerne Wassergefässe aufgestellt, wie es die Sitte der jüdischen Reinigung erforderte; jedes von ihnen fasste zwei bis drei grosse Eimer. Da sagte Jesus zu den Aufwärtern: «Füllt die Gefässe mit Wasser!» Sie füllten sie darauf bis oben hin. Dann sagte er zu ihnen: «Schöpft nun davon und bringt es dem Speisemeister!» Sie brachten es hin. Als aber der Speisemeister das zu Wein gewordene Wasser gekostet hatte, ohne zu wissen, woher es gekommen war – die Aufwärter aber, die das Wasser geschöpft hatten, wussten es –, liess der Speisemeister den Bräutigam rufen und sagte zu ihm: «Jedermann setzt doch seinen Gästen zuerst den guten Wein vor und, wenn sie trunken geworden sind, dann den geringeren; du aber hast den guten Wein bis jetzt zurückbehalten.» Hiermit machte Jesus den Anfang seiner Zeichen zu Kana in Galiläa; er offenbarte dadurch seine göttliche Herrlichkeit, und seine Jünger lernten an ihn glauben.
Bleib bei diesem Wort. Lass es in dir nachklingen.
Wer schon einmal ein Fest ausgerichtet hat, kennt die Angst, dass etwas nicht reicht. Und die Scham, wenn es dann passiert. Maria bemerkt es, bevor es die Gäste merken. Sie macht kein Drama daraus. Sie sagt es ihrem Sohn in einem einzigen Satz: Sie haben keinen Wein mehr. Dann sagt sie zu den Dienern: Was er euch sagt, das tut. Was er ihnen sagt, ist erstaunlich gewöhnlich. Wasser holen und Krüge füllen, sechs grosse Steinkrüge, bis oben hin. Schwere, eintönige Arbeit, und sie wissen nicht, wozu. Solche Arbeit hat auch dein Tag. Wäsche, Mails, der Wocheneinkauf, die Hausaufgaben mit dem Kind. Du kannst sie ihm hinhalten, ohne zu wissen, was er daraus macht.
Wo ist bei dir, oder bei jemandem in deiner Nähe, gerade der Wein ausgegangen?
Sag es ihm. Ein einziger Satz genügt, so wie bei Maria.
Und dann hör, ob er dir etwas zu tun gibt.
Ein Vorsatz für heute. Nimm dir eine gewöhnliche Arbeit vor, die du sonst nebenher erledigst, und tu sie ganz bewusst für einen bestimmten Menschen. Denk beim Tun an ihn.
Herr, was du mir sagst, das will ich tun. Amen.