Sternennacht über dem Dorf

Für Kinder · vier Geschichten, gut 20 Minuten

Behütet durch die Nacht

19 Min. · Stimme Lana und Leon

Vom Schutzengel, von «Fürchte dich nicht», von der Schöpfung und vom Sturm auf dem See. Vier Abendgeschichten am Stück, für Kinder, die abends Angst haben oder lange wach liegen.

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Hallo. Jetzt ist es Abend, und dein Bett ist warm. Leg dich hin und such dir die gemütlichste Stelle.

Mach die Augen zu.

Wir atmen dreimal. Einatmen, dein Bauch wird rund wie ein Ballon.

Ausatmen, ganz langsam.

Ein.

Aus.

Und noch einmal, so ruhig du kannst.

Spür, wie das Kissen deinen Kopf hält. Und die Matratze deinen Rücken. Du musst dich nicht mehr selber halten.

In der Bibel gibt es einen Psalm, das ist ein Gebet. Darin steht ein schöner Satz. Gott schickt seine Engel zu dir. Sie behüten dich auf allen deinen Wegen. Sie tragen dich auf ihren Händen, damit dein Fuss nicht an einen Stein stösst.

Ein Engel ist ein Bote von Gott. Die Bibel erzählt oft von ihnen. Wir können sie nicht sehen. Aber Gott sagt: Sie sind da.

Viele Menschen glauben, dass jedes Kind einen Engel hat, der mitgeht. Man nennt ihn den Schutzengel.

Jesus hat einmal gesagt, dass die Engel der Kinder immer bei Gott sind. Sie sehen sein Gesicht, die ganze Zeit.

Er war heute Morgen dabei, als du aufgestanden bist. Er ist mit dir zur Schule gegangen. Und jetzt ist er in deinem Zimmer.

Jetzt gehen wir deine Wege von heute noch einmal ab. Wo warst du überall? Zu Hause, auf dem Schulweg, im Klassenzimmer, auf dem Spielplatz.

Was war heute schön auf deinen Wegen?

Gab es eine Stelle, wo du gestolpert bist? Vielleicht mit den Füssen. Vielleicht im Herzen.

Auch da war jemand bei dir. Du warst nicht allein.

Denk an einen Menschen, für den du heute einen Engel wünschst. Vielleicht jemand, der krank ist oder weit weg wohnt.

Jetzt beten wir ein altes Gebet zum Schutzengel. Sprich Satz für Satz mit. Heiliger Schutzengel mein, lass mich dir empfohlen sein. Tag und Nacht, ich bitte dich, beschütze, leite, führe mich. Amen.

In der Bibel sagt Gott ganz oft denselben Satz: Fürchte dich nicht. Er hat ihn zu Abraham gesagt und zu Maria. Und er sagt ihn auch zu dir.

Durch den Propheten Jesaja hat Gott gesagt: Hab keine Angst, denn ich bin bei dir. Ich mache dich stark. Ich helfe dir. Ich halte dich fest.

Und im Buch der Psalmen betet jemand zu Gott: Selbst wenn es ganz finster um mich ist, für dich ist es nicht finster. Die Nacht leuchtet für dich wie der Tag.

Für Gott ist dein Zimmer jetzt hell. Er sieht dich. Er sieht dein Bett, dein Kissen und dich darin.

Und dein Zimmer ist am Abend dasselbe wie am Tag. Der Schrank ist derselbe Schrank. Der Stuhl ist derselbe Stuhl. Nur das Licht ist weg.

Jetzt schauen wir auf deinen Tag, als das Licht noch an war. Was war heute schön?

War heute etwas, wovor du Angst hattest? Vielleicht am Tag, vielleicht jetzt?

Du kannst es Gott sagen. Er lacht nicht darüber. Er nimmt dich in den Arm.

Und du kannst es auch Mama oder Papa sagen. Morgen beim Frühstück, oder jetzt gleich.

Denk an einen Menschen, bei dem du dich sicher fühlst. Stell dir vor, wie er dich anschaut.

Jetzt beten wir. Sprich leise mit. Lieber Gott, manchmal habe ich Angst im Dunkeln. Für dich ist es nie dunkel. Du bist bei mir. Halt mich fest heute Nacht. Amen.

Ganz am Anfang war noch nichts. Kein Licht, keine Erde, kein Tier. Nur Dunkelheit und Wasser. Und Gott war da.

Da sagte Gott: Es werde Licht. Und es wurde hell.

Gott machte den Himmel. Und er machte das Land und das Meer. Er liess Gras wachsen und Blumen und Bäume mit Äpfeln und Birnen.

Gott machte die Sonne für den Tag. Und den Mond und die Sterne für die Nacht.

Er machte die Fische im Wasser und die Vögel in der Luft. Und dann die Tiere auf dem Land. Kühe und Katzen, Füchse, Igel und Käfer.

Zum Schluss machte Gott die Menschen. Er hat sie gemacht, ihm ähnlich, und hat sie lieb.

Und Gott sah alles an, was er gemacht hatte. Und siehe, es war sehr gut.

Dann wurde es Abend. So wie jetzt.

Am siebten Tag ruhte Gott sich aus. Er hatte alles gemacht. Und er freute sich daran.

Jetzt schauen wir auf deinen Tag. Was hast du heute gesehen, das Gott gemacht hat? Einen Vogel. Den Himmel. Einen Hund an der Leine. Das Gesicht von einem Freund.

Was war heute nicht so gut? Vielleicht etwas, das kaputt gegangen ist. Oder ein Wort, das wehgetan hat.

Gott kennt auch das. Er kann es wieder gut machen.

Gott hat auch die Menschen gemacht, die du lieb hast. Denk an einen von ihnen.

Jetzt sagen wir zusammen Danke. Sprich leise mit. Lieber Gott, danke für das Licht am Morgen. Danke für die Tiere und die Bäume. Danke für meine Familie. Danke, dass du mich gemacht hast. Und danke für die Nacht, in der ich ausruhen darf. Amen.

Eines Abends wollte Jesus mit seinen Freunden über einen grossen See fahren. Sie stiegen in ein Fischerboot und fuhren los.

Jesus war müde. Er hatte den ganzen Tag mit vielen Menschen geredet. Er legte sich hinten ins Boot, mit dem Kopf auf ein Kissen. Und er schlief ein.

Doch dann kam ein Sturm. Der Wind pfiff. Die Wellen wurden hoch und schwappten ins Boot hinein.

Die Freunde von Jesus bekamen grosse Angst. Sie weckten ihn und riefen: Jesus! Ist es dir egal, dass wir untergehen?

Jesus stand auf. Er sprach zum Wind und zum Wasser: Sei still. Werde ruhig.

Und der Wind hörte auf. Die Wellen legten sich. Der See wurde ganz glatt, wie ein Spiegel.

Dann fragte Jesus seine Freunde: Warum habt ihr solche Angst? Habt ihr noch kein Vertrauen?

Die Freunde staunten. Sie fragten einander: Wer ist das, dass sogar der Wind und das Wasser auf ihn hören?

Jetzt schauen wir auf deinen Tag. Was war heute schön? Wo war es ruhig und gut, wie auf einem glatten See?

Gab es heute auch einen kleinen Sturm? Vielleicht einen Streit, oder etwas, wovor du Angst hattest?

Stell dir vor, Jesus sitzt bei dir in diesem Sturm. Er ist nicht weggegangen.

Denk an einen Menschen, der vielleicht gerade Angst hat. Vielleicht kennst du jemanden.

Jetzt beten wir. Sprich mit, wenn du magst. Jesus, du bist mit mir im Boot. Wenn ich Angst habe, bist du da. Sag auch zu meinem Sturm: Sei still. Werde ruhig. Amen.

Jetzt ist der See ruhig. Das Boot liegt still. Und Jesus ist da.

Hör noch einmal auf deinen Atem. Er geht ruhig, wie kleine Wellen am Ufer.

Gott segne dich und behüte dich. Er schenke dir eine ruhige Nacht.

Schlaf gut.