
Gebet · einmal im Monat
Der Krug geht ins Feuer
8 Min. · Stimme Michael und Jil · Ps 56,9; Joh 6,12
Einmal im Monat auf die letzten Wochen zurückschauen, den Monat Gott in die Hand geben und alles aus dem Krug ins Feuer legen.
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Heute geht dein Krug ins Feuer. Seit dem letzten Mal hast du Abend für Abend Zettel hineingelegt. Danke, Lasten und kleine Gaben. Heute gibst du das alles Gott zurück. Wir schauen zuerst auf diesen Monat zurück. Dann legen wir ihn in Gottes Hand, und am Schluss geht der Krug ins Feuer.
Setz dich ruhig hin. Wenn du eine Kerze hast, zünde sie jetzt an.
Atme ein. Und lass den Atem lang hinausgehen. Der Tag darf einen Moment draussen bleiben.
Gott, ich bin da. Maria, sei bei mir in diesen Minuten.
Schau jetzt zurück auf die letzten Wochen. Lass die Tage einfach vorbeiziehen, ohne sie zu ordnen.
Wofür bist du dankbar in diesem Monat? Vielleicht fällt dir ein Mensch ein, oder ein Morgen, an dem alles leicht war.
Was war schwer? Was hast du getragen, vielleicht lange allein?
Und was hast du gegeben? Zeit für jemanden, oder Geduld, die dich etwas gekostet hat. Auch das, was niemand gemerkt hat.
Das alles liegt jetzt im Krug, Zettel für Zettel. Auch die, an die du dich nicht mehr erinnerst.
Im Psalm sechsundfünfzig betet jemand zu Gott: Meines Elends Tage hast du gezählt, meine Tränen in deinem Krüglein gesammelt; ja gewiss, sie stehen in deinem Buche verzeichnet.
Jetzt gibst du diesen Monat Gott in die Hand. Bete mit, laut oder still.
Gott, hier ist mein Monat. Das Gelungene und das Schwere, und auch das, was ich verpasst habe. Ich behalte nichts davon zurück. Nimm es, wie es ist, und mach daraus, was du willst. Maria, du hast in Kana gesehen, was fehlte. Bring auch das, was mir fehlt, zu deinem Sohn.
Mit einem alten Gebet kannst du dich Maria anvertrauen. Es ist mehrere hundert Jahre alt. Man schreibt es einem italienischen Jesuiten zu, Nikolaus Zucchi. Gebieterin ist ein altes Wort für Herrin. O meine Gebieterin, o meine Mutter, dir bringe ich mich ganz dar. Und um dir meine Hingabe zu bezeigen, weihe ich dir heute meine Augen, meine Ohren, meinen Mund, mein Herz, mich selber ganz und gar. Weil ich also dir gehöre, o gute Mutter, so bewahre mich, beschütze mich als dein Gut und dein Eigentum. Amen.
Jetzt geht der Krug ins Feuer. Die App zeigt dir das Feuer. Schau einfach zu.
Alles, was du in diesem Monat gegeben hast, legst du jetzt in Gottes Hand. Auch das Schwere und das, was keiner gesehen hat.
Was auf den Zetteln stand, hat Gott längst gelesen.
Nach der Brotvermehrung hat Jesus zu seinen Jüngern gesagt: «Sammelt die übriggebliebenen Brocken, damit nichts umkommt.»
Danke, Gott, für diesen Monat. Für das, was gelungen ist, und für das, was du aus dem Rest machst.
Der Krug ist jetzt leer. Morgen Abend kommt der erste Zettel des neuen Monats hinein.
Ein Vorsatz für die nächsten Wochen. Such dir eine kleine Sache aus, die du jeden Tag Gott schenken willst. Etwas Konkretes, das du am Abend auf einen Zettel schreiben kannst.
Gott segne dich und behüte dich. Maria gehe mit dir durch den neuen Monat. Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.