Bergsee in der Dämmerung

Den Tag lesen · Freitag

Was heute wehtat

7 Min. · Stimme Leon · Ps 139,11–12

Am Freitagabend ehrlich hinschauen, was heute verletzt hat, und es dem hinhalten, für den auch die Nacht leuchtet wie der Tag.

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Guten Abend. Wenn du kannst, mach das grosse Licht aus. Eine kleine Lampe reicht, oder gar keine.

Es ist Freitagabend. Für viele fängt jetzt das Wochenende an. Für andere beginnt gerade die Nachtschicht, oder es ist einfach noch ein Abend wie jeder andere. Atme ruhig. Und spür, wo in deinem Körper die Woche noch sitzt. Im Nacken vielleicht, oder im Kiefer.

Gott, ich schaue jetzt mit dir auf diesen Tag. Auch auf das, was nicht schön war.

Am Freitag denken Christen an den Tod Jesu. Er kennt Schmerzen von innen. Darum fragen wir heute Abend ehrlich: Was hat heute wehgetan?

Bevor wir dahin gehen, fang beim Guten an. Lass den Tag vorbeiziehen und such ein Geschenk. Etwas, das dich getragen hat, auch wenn es klein war.

Danke, Gott, dafür.

Und jetzt geh noch einmal durch den Tag. Wo hat es wehgetan? Ein Wort, das dich getroffen hat. Eine Nachricht, die du gelesen hast. Ein Schmerz im Körper. Oder etwas Altes, das heute wieder hochkam.

Du musst es nicht wegdrücken, und du musst es auch nicht erklären. Halte es einfach Gott hin, so wie es ist.

Im Psalm hundertneununddreissig betet jemand: Und spräche ich, lauter Finsternis soll mich umhüllen, auch die Finsternis wäre für dich nicht finster. Die Nacht leuchtet dir wie der Tag.

Herr, was heute dunkel war, ist für dich hell. Schau es an, auch wenn ich es noch nicht verstehe. Und zeig mir, wenn die Zeit dafür da ist, was du mir damit sagen willst.

Vielleicht hast du heute auch jemandem wehgetan. Dann nimm auch das mit. Bitte um Vergebung, in einem einzigen Satz.

Leg jetzt alles in Gottes Hand, was du nicht mit in die Nacht nehmen willst.

Ein Vorsatz für diese Nacht: Wenn du aufwachst und die Gedanken zu kreisen beginnen, sag den einen Satz aus dem Psalm: Die Nacht leuchtet dir wie der Tag.

Herr, ich gebe dir diesen Freitag. Auch das, was daran schwer war. Du hast am Kreuz mehr getragen, als ich je verstehen werde. Nimm meinen kleinen Teil dazu.

Danke, Gott, dass du diesen Tag mit mir getragen hast.

Der Herr sei bei dir in dieser Nacht. Er halte seine Hand über dein Bett und über die, die du liebst. Und wenn es dunkel wird in dir, sei er dein Licht. Amen.

Gute Nacht.