
Den Tag lesen · Donnerstag
Genug für heute
7 Min. · Stimme Lana · Ps 127,2
Für müde Abende. Schauen, wo du heute an eine Grenze gekommen bist, und was dich dort gehalten hat.
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Guten Abend. Wenn es geht, leg dich hin. Jetzt, ganz. Der Kopf auf dem Kissen, die Arme neben dem Körper. Wenn das gerade nicht geht, weil du noch im Zug sitzt oder am Bett eines kranken Kindes wachst, dann lehn dich wenigstens irgendwo an.
Spür, wie müde du bist. Du musst die Müdigkeit nicht wegmachen. Sie hat heute etwas getragen.
Atme ein. Und lass beim Ausatmen den Körper noch ein wenig schwerer werden.
Gott, ich bin am Ende von diesem Donnerstag. Viel habe ich nicht mehr übrig. Nimm, was da ist.
Im Psalm hundertsiebenundzwanzig steht ein Satz für Menschen wie uns. Vergebens ist es, dass ihr früh aufsteht und spät noch bei der Arbeit sitzt. Seinen Freunden gibt er es im Schlaf.
Heute Abend lesen wir den Tag mit einer Frage: Wo bin ich heute an eine Grenze gekommen?
Lass den Tag vorbeiziehen. Vom Klingeln des Weckers über den Mittag bis zu diesem Moment. Achte darauf, wo du müde wurdest, oder wo die Geduld zu Ende war.
Und jetzt schau genauer hin. Was hat dir an dieser Grenze geholfen? Ein Kaffee, ein Lied im Radio, ein Mensch, der gefragt hat, wie es dir geht. Oder eine Pause, die sich einfach ergeben hat. Vielleicht kam das von Gott.
Danke, Gott, dass du mich heute nicht hast fallen lassen.
Wenn dir mehr einfällt, zähl es in Gedanken auf. Es müssen keine grossen Dinge sein.
Vielleicht bist du an der Grenze auch laut geworden, oder ungerecht. Zu den Kindern oder zu dir selbst. Schau es an, freundlich. Gott kennt deine Grenzen. Er kennt sie besser als du.
Frag ihn: Was willst du mir mit dieser Müdigkeit sagen? Wo soll ich weniger tun, oder um Hilfe bitten?
Leg jetzt in seine Hand, was heute liegengeblieben ist. Die Liste mit den unerledigten Punkten. Die Wäsche auf dem Stuhl. Die halbe Präsentation. Die Nachricht an die Lehrerin. Es ist genug für heute.
Ein Vorsatz für diese Nacht: Wenn dir im Bett noch etwas einfällt, das du erledigen musst, sag nur ein Wort: Morgen. Und gib es ihm.
Herr, ich gebe dir diesen Tag, so müde, wie er ist. Was ich nicht geschafft habe, lege ich dir hin. Du kannst auch mit dem Unfertigen etwas anfangen.
Danke, Gott, für die Kraft, die heute gereicht hat. Und für den Schlaf, der jetzt kommen darf.
Der Herr segne dich und behüte dich. Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig. Der Herr erhebe sein Angesicht zu dir hin und gewähre dir Frieden. Amen.
Schlaf gut.